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Der Kanal 37–40 und die stille Verletzung von Gegenseitigkeit. Wenn Liebe ein innerer Vertrag ist.

Aktualisiert: 27. Dez. 2025


Die Erkenntnis zum Kanal 37 - 40 und zum Prinzip der Bindung durch Gegenseitigkeit, hat mich vor kurzem tief getroffen. Und das, obwohl ich mich schon seit vielen Jahren mit Human Design beschäftige.

Es war Mitte Dezember. Vorweihnachtszeit. Eine Zeit, in der Verbundenheit überall beschworen wird. Es ging um Geschenke. Und plötzlich war alles da.

Mein Design mit dem ausgeprägten Kanal 37–40, wurde mir so klar, dass es mich wie ein Schwert mitten ins Herz traf. Ich stand unter der Dusche und konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen.


Nicht wegen der Geschenke oder der Diskussion darüber.

Sondern wegen des Prinzips dahinter: Bindung durch Gegenseitigkeit.


Ich fragte mich, warum ich das nicht früher verstanden hatte. Warum ich mir ein Leben lang gesagt habe, ich sei zu sensibel oder zu viel und mich so oft zurückgehalten habe. Dabei spürte ich es schon immer. Dieser Text ist mein Versuch, diesem Wissen endlich eine Sprache zu geben.


Im Zentrum meiner Human Design Chart steht ein simples, aber kompromissloses Prinzip:


Bindung entsteht durch Gegenseitigkeit.


Tor 37 steht für Familie, Zugehörigkeit, Nähe, den inneren Kreis.

Tor 40 steht für Geben, Arbeiten, Tragen – aber nur, wenn der innere Deal stimmt.


Diese Kombination ist tribal. (tribal = «Stamm»-Energie: Bindung, Zugehörigkeit und Versorgung im nahen Kreis – Familie/Partner/Team – mit klaren Regeln von Geben & Nehmen)


Diese Kombination denkt nicht abstrakt. Sie fragt nicht: Was wäre fair?

Sie fragt: Wer gehört zu mir und wer investiert?

Aufmerksamkeit, Worte, Taten und Geschenke sind in diesem System keine Details.

Sie sind Beziehungsmarker. Sie sichern mein Überleben.


Sie sagen:

  • Ich sehe dich.

  • Ich kenne dich.

  • Ich habe mich mit dir beschäftigt.

  • Du bist mir den Aufwand wert.

  • Ich halte unsere Verbindung.


Wenn diese Zeichen fehlen – oder lieblos wirken – entsteht bei mir kein «Ach schade».

Es entsteht ein Bruch im Band. Das Prinzip von Gegenseitigkeit ist bei mir weder verhandelbar noch wegtrainierbar - es ist meine Architektur.


Tor 37 steht bei mit in der bewussten Sonne.

Das bedeutet: Dieses Thema – Familie, Zugehörigkeit, Nähe, der innere Kreis –ist kein Abschnitt meines Lebens. Es ist mein Lebensthema.

Hier suche ich Sinn.

Hier spüre ich Schmerz.

Hier entsteht mein tiefstes Bedürfnis nach Verbundenheit.


Tor 40 steht bei mir in der bewussten Erde.

Tor 40 steht für Geben, Arbeiten, Tragen - aber nur, wenn der innere Deal stimmt.

Das ist der Boden, auf dem ich stehe. So bringe ich meine Lebensaufgabe in die Welt: durch Einsatz, Loyalität, Verlässlichkeit, durch echtes Dasein. Nicht laut. Nicht demonstrativ. Sondern tragend.


Beide Tore stehen bei mir bewusst. Das macht Gegenseitigkeit nicht zu einer Vorliebe, sondern zu einer inneren Wahrheit, die nicht verhandelbar ist.

Wenn sie fehlt, fehlt nicht etwas – es fehlt Halt.

Ich kann Bindung nicht halb leben. Ich kann sie nicht relativieren. Ich kann sie nicht „lockerer sehen“. Sie ist tief in mir verankert und genau dort wirkt sie.


Meine früheste Verletzung: nicht der Mangel, sondern die Lieblosigkeit.


Als Kind habe ich das sehr früh gespürt. Nicht dann, wenn etwas klein war. Sondern dann, wenn ich merkte: Hier hat sich niemand wirklich Gedanken gemacht.

Ein Geschenk konnte materiell wertvoll sein –und trotzdem leer.

Mein Körper wusste:

Das war kein Sehen. Das war Erledigung.

Und genau das ist die Wunde dieses Kanals: Nicht zu wenig – sondern ohne inneren Kontakt.


Der definierte Kanal 37–40: Geben ist kein Opfer


Der Kanal 37–40 verbindet das emotionale Zentrum mit dem Herz/Ego-Zentrum. Er wird oft als Kanal von Gemeinschaft, Vertrag oder Deal beschrieben.

Sein unausgesprochenes Gesetz lautet:

Ich gebe, weil wir verbunden sind.Und ich erwarte keine Perfektion –aber ich erwarte, gesehen zu werden.

Dieser Kanal zählt nicht Worte.Er zählt Investition.

Und er merkt sehr genau, wenn etwas einseitig wird.


Wert ist bei mir keine Idee – er ist körperlich


Mein Herz/Ego-Zentrum ist definiert, mit Tor 40 und Tor 26.

Das bedeutet: Wert ist für mich keine Theorie. Er ist eine körperliche Realität.

Tor 40 gibt viel – aber es braucht Respekt für den Einsatz.

Tor 26 bringt ein feines Gespür für Wirkung: Dinge werden gezielt getan, nicht zufällig.


Mit dem inneren Impuls: Ich habe dich gelesen.

Bleibt diese Qualität von der anderen Seite aus, trifft das direkt mein Wertgefühl:

Bin ich dir genauso wichtig, wie du mir wichtig bist?

Warum meine Reaktion Zeit braucht

Mein Sakralzentrum ist definiert.Das heisst: Ich reagiere nicht sofort – sondern in Wellen.

Der Ablauf ist oft:


  1. Es ist nicht so schlimm.

  2. Doch, es ist schlimm.

  3. Ich fühle mich nicht gesehen.


Das ist kein Drama.Das ist Mechanik.


Die Kombination aus:

  • bewusster Sonne & Erde im 37–40

  • definiertem Herz/Ego

  • definiertem Sakral


macht diese Dynamik unüberhörbar.


Nein – das ist keine Überempfindlichkeit

Der ehrliche Kern ist dieser:Ich messe Bindung über Investition.

Aufmerksamkeit, Worte, Taten und Geschenke sind für mich:

Ich gehöre dazu.

Wenn nahestehende Menschen dem keinen Wert beimessen, entsteht nicht Ärger. Es entsteht Traurigkeit.

Und irgendwann Rückzug.


Rückzug ist kein Trotz – er ist Selbstschutz

Wenn mein Herz/Ego verletzt ist, greife ich selten an.Ich ziehe mich zurück.

Nicht aus Strafe. Sonder einfach:

Dann investiere ich nicht mehr.

Das ist kein Liebesentzug. Das ist ein innerer Ausstieg aus einem unausgeglichenen Deal.

Und ja – das ist gesund. Auch wenn es weh tut.


Warum es vor allem Partner und Familie betrifft

Tor 37 unterscheidet klar:

  • innerer Kreis (Partner, Familie)

  • äusserer Kreis (Freunde, Kolleg:innen)


Nur im inneren Kreis gilt das Gesetz:

Wir kümmern uns umeinander – auch ohne Aufforderung.

Wenn Freund:innen das nicht leisten, ist es schade.Wenn Partner oder Familie es nicht tun, fühlt es sich an wie:

Ich bin nicht wichtig genug.

Hier liegt der wunde Punkt.


Die zusätzliche Schärfe bei mir: Tor 26

Tor 26 verstärkt alles. Es steht in meiner unbewussten Venus und zeigt, welche moralischen Vorstellungen mir in Beziehungen wichtig sind. Es es das Tor der Raffinesse und der Integrität. Es ist Feingefühl für das, was beim anderen ankommt. Das präzise Treffen ins Herz.


Menschen mit Tor 26 geben häufig auf sehr hohem Niveau Aufmerksamkeit, Worte, Taten und Geschenke, ohne zu bemerken, dass viele andere das nicht können. Nicht aus bösem Willen, sondern aus fehlender Fähigkeit. Aus fehlender Kapazität.

Das erklärt die Diskrepanz – es entschuldigt sie nicht.


Mein offenes Selbst-Zentrum: warum Liebe sichtbar sein muss

Mein G-Zentrum ist vollständig offen. Kein einziges definiertes Tor.

Das bedeutet:

  • Liebe entsteht nicht aus mir selbst

  • Identität ist nicht stabil verankert

  • Zuwendung muss spürbar sein


Worte allein reichen nicht. Gewohnheit reicht nicht.

«Du weisst doch, dass ich dich liebe» reicht nicht.

Aufmerksamkeit, Worte, Taten und Geschenke sind für mich:

Beweise von Präsenz.

Bleiben sie aus, entsteht keine Wut – sondern existenzielle Traurigkeit.


Die verletzliche Kombination


Hier trifft zusammen:

  • offenes Selbst-Zentrum → Sehnsucht nach fühlbarer Liebe

  • definierter 37–40-Kanal → Liebe wird über Gegenseitigkeit erlebt


Das ergibt eine hochverletzliche Dynamik:

Ich gebe, weil ich liebe. Bleibt das Echo aus, spüre ich keine Liebe.

Nicht rational. Körperlich.


Warum das nicht «weggeheilt» werden kann

Das ist:

  • kein altes Trauma

  • kein Muster, das man einfach auflöst

  • kein persönliches Versagen


Es ist energetische Architektur.


Was möglich ist:

  • zu erkennen, wo diese Erwartung stimmig ist

  • zu unterscheiden, bei wem sie realistisch erfüllt werden kann

  • rechtzeitig zurückzuziehen, statt zu verhärten


Die Beziehungsrealität – ohne Beschönigung


Wenn diese Form von Nähe dauerhaft fehlt, passiert Folgendes:

  • weniger emotionale Offenheit

  • weniger Initiative

  • sachlichere Gespräche

  • reduzierte Erwartungen

  • mehr innere Autonomie


Nicht als Entscheidung.

Sondern automatisch.

Beziehungen kippen oft genau hier – leise.


Der Satz, den ich heute ausspreche

Nicht weil ich zu viel erwarte, entsteht der Schmerz. Sondern weil Liebe für mich sichtbar sein muss und das Umfeld diesen Code oft nicht spricht.

Und genau deshalb ist es meine Verantwortung, das zu benennen.

Früh. Klar. Ohne Drama.

Nicht als Forderung. Sondern als Wahrheit.

Denn Nähe ohne Resonanz macht müde.

Und Bindung ohne Gegenseitigkeit kostet mich mich selbst.

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